Mittwoch, 15. November 2017

The Gilt Trip // Christmas Nails with Nailberry


Dass ich gerade zum kleinen Weihnachtself mutiere (Weihnachtsmann & Co. KG startet am 18. November wieder auf Super RTL!), dürften meine Instagram-Anhänger wissen. Ich liebe diese Zeit im Jahr mehr als alles andere und würde am liebsten schon August zum Baumverkauf hüpfen und die ganze Wohnung in eine kuschelige Atmosphäre hüllen. Mag für die Grinch-Fans grausam klingen, ich liebe es.

Das könnte nicht zuletzt an all den herrlichen Christmas-Kollektionen liegen, die täglich bei mir eintrudeln. Ganz besonders habe ich mich über The Gilt Trip* von Nailberry gefreut. Das weihnachtliche Duo besteht aus einem Goldlack namens Gold Leaf und einer hellen Nuance in Star Dust, die an das Glitzern des Schnees erinnert. Ihr wisst, eine gute Maniküre macht mich ebenso glücklich, wie Vanillekipferl und Glühwein! Nailberry wurde 2012 von Sonia Hully in ihrem Londoner Day-SPA entwickelt - und zwar speziell für brüchige Nägel. Wenn das nicht nach meiner Marke klingt, denn dünn und brüchig sind meine Nägel leider schon immer. Die L'Oxygéné-Lacke sind 12-free, wasser- und luftdurchlässig. Eine dauerhafte Sauerstoffzufuhr kann so den Naturnagel nachhaltig härten, ohne ihm zu schaden. Geniale Idee, oder? Freitag gibt es meine Maniküre auf Instagram zu begutachten. Bleibt nur noch die Frage: Gold Leaf, Star Dust oder eine Kombi aus beiden?


Die Lacke von Nailberry gibt es online zum Beispiel bei GreenGlam.

Sonntag, 29. Oktober 2017

Van Cleef & Arpels // Bois Doré


Während ich diese Zeilen tippe, wütet draußen der erste ernstzunehmende Sturm des Jahres und hüllt das ganze Haus in eine wohlig schaurige Atmosphäre. Die Katzen liegen zusammengekauert auf dem Sofa, der würzige Duft von Chai Latte schleicht sich unterm Türschlitz durch und das leise Knistern des Kamins ist in seiner monotonen Stetigkeit wahrnehmbar und auf eine seltsame Art und Weise fast schrecklich beruhigend. Beim Essen denkt man noch über den Zauber der ersten Mandarinen nach und saugt die ätherischen Öle glückselig auf. Der Couchtisch beherbergt diverse Lektüren, allen voran ein Sammelwerk der Erzählungen von Edgar Allen Poe. Die perfekte Rahmenkulisse also, um für 2017 einen olfaktorischen Begleiter für die dunklen Tage zu finden. 

Man mag mich vielleicht für etwas melodramatisch halten - aber wenn der Winter anbricht, bin ich einfach in love. Das ist nicht zuletzt den Parfumnews auf meinem Schreibtisch zu verdanken, aus denen ich mir heute Bois Doré* des Kultlabels Van Cleef & Arpels rausgepickt habe. Der Duft ist in der Collection Extraordinaire erschienen und könnte die anstehenden Festtage kaum schöner einleuten. Für Freunde von warmen, anschmiegsamen Wässerchen und ganz besonders der edlen Tonkabohne definitiv ein Muss. Doch in aller Ruhe und von Anfang an. Den Aufktakt macht gepfeffertes Holz, das an die trockene und glühende Hitze des flackernden Kaminfeuers erinnert. Die Pfeffernote wird von sanfter Vanille und einem ordentlichen Touch Tonkabohne in ihrer Kratzigkeit abgebremst und setzt weich auf Cashmeran und weißem Moschus auf. Für mich sind Parfums dieser Art die persönliche Königsdisziplin. Wer mich kennt weiß, dass ich normalerweise eher auf der unisex-Schiene unterwegs bin und zu süße oder gar blumige Düfte nicht besonders mag. Holzig, rauchig, würzig - das darf es bei mir gerne sein. Nur mit der oftmals auflockernden Wärme einer Vanille kann ich nur selten umgehen, weil sie gerade zu Beginn der 2000er nahezu ein Garant für Kopferschmerzen der stechenden Art war. Im Laufe der Zeit bin ich aus diesem Grund zum absoluten Tonkabohnenfan mutiert. Was ich auch geschmacklich in Desserts lieber mag als klassische Vanille, entpuppt sich in der Parfumerie als sinnlicher Freund meiner Nase. Die charmante Hülsenfrucht beinhaltet die Art von Süße, die sogar an einem Mann niemals deplatziert wirken würde und harmoniert somit bestens mit meiner Vorliebe für androgyne Olfaktorien. Wer bei Schnee gerne ein duftendes Kleid aus nicht-kitschigen Weihnachtsaromen tragen möchte, sollte sich an Bois Doré definitiv versuchen. Der Inhalt ist mindestens so elegant, wie der schwarze Massivflakon.

Montag, 23. Oktober 2017

The Autumn Topshelf


Seit Tagen laufe ich ganz euphorisch durch das bayerische Herbstlaub und freue mir einen Ast ab, dass uns München mit dem schönsten Indian Summer belohnt. Die Isar sieht im goldenen Abendlicht gleich noch viel schöner aus als sowieso schon und die frische Luft tut meinem Kopf so richtig gut. Höchste Zeit also, die Tiegel im Badezimmer den Temperaturen draußen anzupassen. Was meine trockene Haut gerade oder auch immer liebt und welche Produkte mir die Vorfreude auf den Winter versüßen, das habe ich hier zusammengefasst:


Wie oft ich Euch schon von meinen geliebten Fruchtsäuren vorgeschwärmt habe, das weiß ich gar nicht so genau. In diesem Artikel könnt ihr Euch nochmal etwas tiefer in die Thematik einlesen, ich will Euch an dieser Stelle meine absoluten Heroprodukte ans Herz legen. Die Dr. Dennis Gross Peelingpads* sind nach wie vor nicht aus meiner Routine wegzudenken und werden jeden zweiten Tag abwechselnd mit dem Alpha H Liquid Gold* verwendet. Ich merke einen riesigen Unterschied, wenn ich AHA weglasse und möchte die sanfte und strahlende Haut nicht mehr missen. Die Hypebrand The Ordinary bietet für Anfänger und Fortgeschrittene passende Konzentrationen - einmal in der Woche greife ich zur hochdosierten Peelingsolution* und liebe sie abgöttisch, als Gesichtswasser darf täglich die Glycolic Acid 7% Toning Solution* ran. Durch die Säure werden abgestorbene Hautschüppchen sanft entfernt, der Teint wirkt ebenmäßiger und die darauffolgende Pflege kann besser aufgenommen werden.

Meine zweite Obsession sind Öle. Das Nuxe Huile Prodigieuse* ist einer meiner absoluten Alltime-Faves und meine Schienbeine danken mir dieser Tage eine ordentliche Einölung mehr denn je. Das Pendant fürs Gesicht kommt von Kjaer Weis* (Review hier) und hat sich zu einem richtigen Schatz gemausert. Weil ich durch die Heizungsluft immer wieder mit rissiger Nagelhaut und trockenen Ellbogen zu kämpfen habe, greife ich aktuell gerne zum Vitamin E Balsam* von Tococare (übrigens eine tolle neue Naturkosmetikmarke), der extrem viel Feuchtigkeit spendet und eine Art Schutzbarriere aufbaut. An stressigen Tagen darf der Rins-free Handwash von Byredo mit meinem Lieblingsduft Vetiver auch nicht fehlen, das transparente Gel zieht blitzschnell ein und desinfiziert auf elegante Art und Weise ohne Assoziationen an Krankenhäuser zu wecken. Ebenfalls Evergreens sind das Caudalie Eau de Beauté* (hello Energiekick), das unheimlich frisch duftende Sachajuan Protecting Hair Perfume* und mein liebster Winterduft aus 2016 - Cierge de Lune von Aedes de Venustas!

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Minimalistic Skincare // Shiseido WASO

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Weniger ist nicht mehr. Es ist alles. Das Credo begegnete mir auf meiner Paris-Reise an allen Ecken, zu der mich das japanische Kulthaus Shiseido im Juli eingeladen hatte. Grund war der Launch der neuen WASO Skincarerange, die sich vor allem an Millenials und viel beschäftigte Frauen richtet. Die Produkte wurden stark nach der Philosophie der Natur und ihren kraftvollen Wirkstoffen entwickelt, sie sollen die authentischste und natürlichste Form der Schönheit unserer Haut unterstreichen und langfristig erhalten - ganz ohne die Zusätze von Mineralölen, Parabenen oder schädlichen Kunststoffpartikeln! Als kleiner Ästhetikfetischist war ich ob des genialen und minimalistischen Packagings sofort Feuer und Flamme für die Range und habe sie mittlerweile über zwei Monate auf Herz und Nieren getestet. Mein Fazit gibt es heute für Euch.


Introduction 

 

An dieser Stelle gibt es die wichtigsten Hardfacts der brandneuen Linie im Überblick:

Phyto Resist System+
Die von Shiseido entwickelte Technologie zielt auf die Kraft der Pflanzen, die instabile Haut und deren immer wiederkehrende Probleme wie Unreinheiten langfristig bekämpft. Der natürliche Barriereschutz der Haut wird durch die einzigartige Kombination an Wirkstoffen gestärkt und die Zellteilung reguliert, was zu einer widerstandsfähigen Haut führt.

Aromachologie
Shiseido verwendet in seiner WASO Reihe die Wissenschaft der Aromen, um ein ganzheitliches Pflegeerlebnis für Körper und Seele zu garantieren. Die Produkte duften herrlich sanft und leicht kräuterig, ohne die Haut mit zu vielen Parfumzusätzen zu strapazieren.

Whole Celle Release System W
Der besondere Clou an den WASO Produkten ist der Zustaz von komplett erhaltenen botanische Zellen, die im frischen Zustand aus Karotte, Tofu, Honig und co. gewonnen werden. Reformuliert werden sie beim Auftrag in die Haut geliefert, um hier ihre natürliche Wirkungsbalanace zu maximieren. 

Inhaltsstoffe
Die Produkte basieren auf insgesamt fünf Fokusinhaltsstoffen: Karotte (nährend), Tofu (glättend), Weißer Eispilz (erfrischend), Loquat (mattierend) und Honig (reinigend). Mit Hilfe des Wasoscopes kann man seine eigene Bedürfnisse checken lassen und in der Auswertung wird die ideale und individuelle Pflegeroutine entwickelt. Die Produkte können alle miteinander kombiniert oder auch als Einzelprodukte verwendet werden.


Die Produkte 

 

 

Quick Gentle Cleanser (mit Honig)
Mein liebstes Produkt der Reihe, denn der Cleanser enthält hauptsächlich Honig, was ihn unheimlich sanft und entzündungshemmend macht. Da brennt nichts und Make-Up bekommt er auch easy runter. Das Gel schäumt ohne Wasser auf und hinterlässt die Haut genährt, nicht gereizt.

Soft + Cushy Polisher (mit Tofu)
Eigentlich hatte ich mechanischen Peelings abgeschworen, aber die sanften Zellulosekörnchen entfernen in einer tofuähnlichen und sehr cremigen Konsistenz abgestorbene Hautschüppchen und bereiten sie perfekt auf Foundation und co. vor. 1-2x die Woche reicht vollkommen.

Fresh Jelly Lotion ((mit Weißem Eispilz)
Dazu hatte ich auf Instagram definitiv die meisten Fragen bekommen. Das taufrische Gel hat sich in den Sommertagen besonders straight aus dem Kühlschrank ganz hervorragend gemacht, es polstert trockene Haut im Handumdrehen auf und hinterlässt kein ätzendes Gefühl der Klebrigkeit. Weißer Eispilz saugt Feuchtigkeit wie ein Schwamm auf und sorgt dafür, dass die Haut ausreichend damit versorgt ist. Ein tolles Produkt für alle, die Feuchtigkeit wollen oder brauchen, denen reichhaltiges Cremes aber oft zu fettig sind.

Quick Matte Moisturizer Oil-free (mit Loquat)
Eine sebumausgleichende Emulsion, die mattiert und vor allem für Mädels mit Mischhaut gedacht ist. Loquat (auch Mispel genannt) hat eine antioxidative Wirkung, die die übermäßige Sebumproduktion hemmt und so gegen Glanz und Unreinheiten ankämpft.

Clear Mega Hydrating Cream (mit Karotte)
Mein zweites Highlightprodukt der Range. Die transparente Gelcream ist so wunderbar reichhaltig, dass sie meine Haut unter der Foundation herrlich aufpolstert, aber keinen unschönen Glanz hinterlässt. Karotten enthalten enorm viel Wasser und geben in diesem Produkt ihren Feuchtigkeitshaushalt direkt an unsere Haut weiter. Kann übrigens auch super als Hydrator für die Haarspitzen verwendet werden.

Color Smart Day Moisturizer SPF30 (mit Karotte)
Und mein dritter Liebling! BB-Creams geistern seit Jahren im Beautykosmos umher und auch ich bin ein Riesenfan der leichten Deckkraft und hohen Pflegewirkung. Shiseido hat den Gedanken in asiatisch orientierter Zukunftsmanier weitergesponnen und mit dem Smart Moisturizer ein Produkt entwickelt, dass sich durch die enthaltenen Pigmente automatisch dem eigenen Hautton anpasst und diesen optimiert. Funktioniert wirklich und ist alleine deswegen einen Versuch wert!

Color Smart Day Moisturizer SPF30 Oil-free (mit Loquat)
Die hübsche Tube gibt es auch in einer öfreien Version, die wieder für alle Mädels mit fettiger oder Mischhaut gedacht ist. Das Prinzip bleibt gleich, nur Loquat reduziert auch hier wieder Glanz und Unreinheiten.

Fazit 


Schon in Paris war ich Feuer und Flamme für die neue WASO Linie und musste mich echt zwingen, Euch nicht schon zu früh davon zu berichten. Die Produkte basieren auf einem einfachen und effektiven Ansatz, der täglich ohne größeren Aufwand in die Routine eingebunden werden kann. So sehr ich all die fancy Tuben und Tiegel in meinem Badezimmer liebe, so müde bin ich auch an manchen Tagen und kann mich nicht immer dazu durchringen, sie auch alle entsprechend zu huldigen. Müsste ich mich für einige der Produkte entscheiden, so würde ich mir definitiv den Quick Gentle Cleanser, die Clear Mega Hydrating Cream und den Color Smart Day Moisturizer SPF30 zulegen. Mit diesem Trio ist man bei trockener Haut definitiv bestens aufgestellt und das ganz ohne immensen Aufwand im Badezimmer. Die Produkte bewegen sich preistechnisch in einem Rahmen von ca. 20-50€, was mit dem Geldbeutel der Zielgruppe sympathisieren dürfte und reißen kein Riesenloch ins monatliche Budget. Meiner Meinung nach eine der schönsten und spannendsten Lancierungen 2017!


-In freundlicher Zusammenarbeit mit Shiseido, vielen Dank!-

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ösi Diamond Love // Katie G. Jewellery


Dass sich in mir ein kleiner Österreich-Liebhaber verbirgt, das dürfte man mittlerweile wohl mitbekommen haben. Ich liebe die Sprache, das Land, die Musik und den Humor...gerade wenn es um letzteren geht, könnte sich Deutschland gut und gerne mal eine große Scheibe Sarkasmus von den lieben Nachbarn abschneiden. Aber auch beauty- und fashiontechnisch fährt das scheinbar kleine Land gerade so richtig auf. Überall entdeckt man wahre Perlen, die ihren Ursprung in Wien, Graz oder dem österreichischen Umland haben. Als ich vor einiger Zeit über die wunderbaren Schmuckstücke von Katie Gruber gestoßen bin, war mir sofort klar: Dieser talentierten Dame muss ich dringend ein paar Fragen zum Thema Schmuck stellen! Ihre Stücke stechen mit ihren unregelmäßigen Formen sofort aus der Masse heraus und sind dank der tollen Kombination aus klassisch-puristisch immer tragbar. Doch lest am Besten selbst:


1. Liebe Katie, erzähle uns doch mal ein bisschen was zu Deinem Werdegang. Wie kommt man in der heutigen Zeit zu seiner eigenen Schmucklinie?

Ich wurde in England geboren und bin in Cornwall aufgewachsen. Meine Kindheit verbrachte ich mit großer Vorliebe in den rauen Städten umringt von unberührter Natur. Das hat mich bis heute geprägt. Noch als Kind bin ich dann mit meiner Familie nach Österreich gezogen, da mein Vater - selbst halb Österreicher - seinen Job gewechselt hat. Hier habe ich wiederum meine Liebe zu den Bergen entdeckt. Beides sehr wichtige Naturerlebnisse, die meinen Stil bis heute prägen. Ich habe mich immer schon gerne geschmückt. Meine Mutter erzählt immer wieder, wie ich gerne ihren gesamten Schmuck aufeinmal anprobiert habe und stolz durch die Wohnung gelaufen bin. Schmuck hat mich somit schon immer fasziniert. Nach der Schule wusste ich, dass ich mit den Händen arbeiten wollte Nach einem handwerklichen Orientierungsjahr habe ich dann den Schmuck für mich entdeckt. 

Meine technischen Fähigkeiten habe ich dann an der Goldschmiedeakademie erlernt. Hier lag der Fokus auf Präzision und Perfektion. Es war wichtig diese Fähigkeiten zu lernen, aber kreativ habe ich mich bald in eine andere Richtung entwickelt. Meinen Stil habe ich dann nach zwei Jahren an der Alchimia Scuola Di Gioielleria Contemporanea in Florenz gefunden, wo ich Experimental Jewellery & Design studiert habe. Seitdem sind es die Unregelmäßigkeiten und gerade die Imperfektionen, die mich am Schmuck faszinieren. Jedes Stück ist besonders, jedes Stück einzigartig. Ich habe dann erste Erfahrungen in der Branche gesammelt und habe u.a. für einen großen Juwelier in Wien gearbeitet, während ich gleichzeitig immer wieder an meinem eigenen Schmuck gearbeitet habe. Die Resonanz auf meine Stücke war von Anfang an positiv, was mich letztendlich dazu motiviert hat meinn eigenes Label Katie G. Jewellery zu gründen. Relativ bald nach Gründung meines Labels hat mir ein anderer Wiener Juwelier angeboten, für ihn als Designerin zu arbeiten. So verlockend das Angebot war, bin ich heute glücklich darüber, dass ich mich dagegen entschieden habe. Seit drei Jahren arbeitet nun auch mein Mann mit mir zusammen. Er übernimmt die administrative und wirtschaftliche Arbeit, damit ich mich, so gut es geht, mehr auf Kunden und das Kreative konzentrieren kann. Eine Entscheidung, die wir beide nie bereut haben.


2. Über Deine sagst Du, dass sie das Unperfekte zelebrieren. Wie äußerst sich das in den Designs?

Ich liebe unregelmäßige Formen, Ecken und Kanten und auch kleine Fehlern im Material. So wie eine Klippe an der rauen See oder ein steiniger Berg - das Wetter und das Leben allgemein hinterlässt seine Spuren und formt alles zu einem einzigartigen Etwas. Ich finde diese natürliche Schönheit viel attraktiver als eine perfekte Form, die jegliche Natürlichkeit und Individualität verloren hat. So lasse ich manchmal auch gerne kleine Materialfehler wie sie sind, weil manchmal gerade die das Schönste an dem Stück sind. Außerdem arbeite ich gerne mit Patinierungen. Meine Silberstücke gibt es neben polierten Oberflächen auch in schwarz oxidierten oder matt-weißen Patinierungen. Dieser verändern sich dann mit der Zeit je nach Tragstil anders. So reflektiert dann jedes Stück dann auch den Träger in seiner Patinierung wider.


3. Trägst Du Deinen eigenen Schmuck auch persönlich oder mixt Du gerne mit anderen Labels?

Ich zrage täglich circa 15 Ringe, 4 Armreifen, 3 Ketten und meine Ohren sind auch voll! Also ja, ich trage gerne meinen eigenen Schmuck und davon nicht wenig. Sonst trage ich auch sehr gerne Stücke von meiner Kollegin Katharina Schmid, mit der wir uns das Atelier teilen. Wir kennen einander schon seit über zehn Jahren und arbeiten seit einiger Zeit miteinander. Ich liebe ihre puristischen, reduzierten Formen, die meinen Schmuck sehr schön ergänzen. Ansonsten kaufe ich sehr ausgewählt Schmuck. Vor allem im Urlaub, wenn ich ein schönes Stück in einem kleinen Atelier sehe, das mir gut gefällt, dann kaufe ich Schmuck gerne direkt von den Designern.


4. Apropos, hast Du als Kenner der Szene noch tolle Nischentipps für uns auf Lager?

Ich bin da natürlich etwas voreingenommen, aber mein Tipp wäre allgemein lieber in wenige, dafür aber qualitativ hochwertige Stücke zu investieren. Modeschmuck, der in Massen in einer Fabrik in Fernost produziert wird, ist vom Design und der Haltbarkeit sehr kurzlebig. Echter Schmuck hingegen verleiht der Trägerin ein ganz anderes Gefühl und bleibt oft für Generationen erhalten. Ich mag kleine Ateliers nicht nur wegen der einzigartigen Designs und weil man die Designer oft persönlich kennenlernen kann, sondern auch weil man mit gutem Gewissen kauft. Neben der lokalen Produktion verwenden wir dort, wo es möglich ist zum Beispiel recyceltes Gold, wodurch Mensch und Umwelt nicht belastet werden. Allgemein gilt aber, was gefällt ist erlaubt. Schmuck ist ein Ausdruck der Individualität und ich finde, man sollte sich da nicht zu sehr von Trends leiten lassen. Der Schmuck muss auch nicht teuer sein. Das Wichtigste ist, dass er den eigenen Stil komplettiert und zu einem passt. Hier hilft gute Beratung.

5. Die Mode- und Schmuckbranche ist sehr schnelllebig und ein hartes Pflaster. Was wünschst Du Dir in Zukunft für Katie G. Jewellery , wo soll die Reise hingehen und welche Projekte planst Du?

Das stimmt! Wir haben für uns eine klare Vision. Wir möchten auf jeden Fall weiterhin unseren Schmuck händisch und lokal produzieren. Eine Massenproduktion in Fernost kommt für uns nicht in Frage. Die höchste Priorität ist eine gute Qualität, alles andere kommt danach. Wir möchten als Atelier zwar wachsen und eventuell den ein oder anderen internationalen Standort dazu gewinnen, aber lieber klein und fein. Neben unserer Kollektion, die wir stetig weiterentwickeln, möchten wir wie gehabt sehr persönliche Maßanfertigungen, Eheringe und sonstige besondere Projekte für unsere Kunden erstellen, da wir das einfach sehr gerne machen.
6. Und last but not least - welches ist Dein allerliebstes Schmuckstück?

Das ist eindeutig mein Verlobungsring inklusive meinem sogenannten Ring Casing. Dieses Stück bedeutet mir sehr viel. Ein einzigartiges Design, das mittlerweile auch viele meiner Kunden zu schätzen wissen. Zu unserer Verlobung habe ich einen Ring von meinem Mann bekommen, der ursprünglich seiner Großmutter gehört hat, die ich leider nie kennengelernt habe. Sie hat ihm den Ring gegeben, um seiner zukünftigen Frau damit einen Antrag zu machen. Da der Ring in einem sehr klassischen Stil gehalten war, hat mir mein angeboten den Stein herauszunehmen, um damit ein neues Stück nach meinen Vorstellungen zu kreieren. Ich dachte mir gleich, dass das sehr schade wäre, da das Stück mit sehr vielen Emotionen und Erinnerungen behaftet ist und einen sehr hohen sentimentalen Wert hat. Nach etwas Überlegung und einigen Experimenten kam ich dann auf die Idee des Ring Casings. Eine Art Ringhülle, die den Ring schützt und ihm gleichzeitig ein komplett neues Aussehen verleiht. Dieses Design haben wir mittlerweile rechtlich in Europa und den USA geschützt und bieten es in sehr kleiner Stückzahl, vor allem für alte Familienerbstücke an.


Tausend Dank liebe Katie für diesen spannenden Einblick in Deine tolle Arbeit! Und wer Katie gerne mal während eines Wienbesuchs in ihrem Atelier besuchen möchte, für den gibt es hier die Adresse:

Katie G. Jewellery
Lindengasse 5
1070 Wien