Dienstag, 25. Juli 2017

Aedes De Venustas // Pélargonium



Die bayerisch-amerikanische Superbrand Aedes De Venustas, gegründet 1995 von Karl Bradl und Robert Gerstner, ist meiner Meinung nach eine der momentan spannendsten auf dem olfaktorischen Nischenmarkt. Nicht nur die grandios schönen Flakons stechen mit ihrer edlen Haptik und der opulenten Glasfassung aus der manchmal nur schwer zu überblickenden Masse heraus, auch die Düfte selbst sind wahre Meisterwerke und regelrechte Glücksgriffe für Liebhaber. Ich habe mich Ende letzten Jahres in Cierge de Lune verliebt (die Review gibt es hier) und erwarte seit diesem Zeitpunkt jeden Aedes-Launch sehnsüchtigst. Die avantgardistischen Parfums lösen auch unter Stars wie Liv Tyler und Sarah Jessica Parker regelmäßig Begeisterungsstürme aus, die der Boutique in Greenwich Village in New York sogar gerne mal persönlich einen Besuch abstatten.

Pélargonium* heißt nun der achte Streich des genialen Duos und ist eine Hommage an die gleichnamige Blume, die zu den Storchschnabelgewächsen gehört. Die würzig-holzige Komposition, die so wunderbar in einen trockenen Sommer passt, wurde von der Parfumeurin Nathalie Feisthauser kreiert. Und keine Geringere ist für den Hermès-Überflieger Eau des Merveilles verantwortlich. Diese Assoziation schoss mir schon beim ersten Schnuppern sofort durch den Kopf und Ihr wisst, wie sehr ich die Hermès-Düfte liebe. Pélargonium ist eine erwachsene Ode an einen vergangenen Urlaub am Meer. Der Körper von der Sonne aufgehitzt, der Kopf glückstrunken von Freiheit und Euphorie, die letzten Sandreste des Tages noch zwischen den von Sandalen umhüllten Zehen. Geeister Mandarinen-Eistee tropft auf heiße Steine, dazu gesellt sich die angenehm subtile Würze von Kardamom, Vetiver und Schwarzem Pfeffer. Rosengeranie, Iris und Möhrensamen verleihen dem Duft einen Hauch Leichtigkeit, nehmen ihm aber nicht seinen definitiven Unisex-Charakter. Der Verlauf gleicht einem Spaziergang durch einen von üppigen Kräuterbeeten gesäumten Paradiesgarten. Frischer Tau glitzert in der atmosphärischen Morgensonne, die von Erdaromen olfaktorisch begleitet wird. Für mich haben die Aedes-Kreationen auch immer ein bisschen was von Zeitreise, denn sie versetzen den Träger gerne mal in eine längst vergangene Epoche, ohne auch nur einen Ticken zu altmodisch zu sein. Avantgarde meets Classiness, aber stets auf einer tragbaren Schiene. Und hat man die Welt von Aedes De Venustas erst einmal für sich entdeckt, kommt man so schnell nicht mehr von den besonderen Wässerchen los! Pélargonium - ein Sommernachtstraum.

Freitag, 21. Juli 2017

The Acid Guide // Das AHA-Erlebnis


Durch meine Arbeit als Beautyblogger habe ich glücklicherweise täglich mit tollen Produkten und Innovationen zu tun und doch hat sich besonders eine Sache in meine Routine und somit in mein Herz geschlichen: Fruchtsäuren! Wie Ihr wisst, ist meine Haut super trocken und neigt in kalten Wintern sogar zu Neurodermitis. Daran ist meine Zuckersucht natürlich auch nicht ganz unbeteiligt, doch im Großen und Ganzen habe ich das Problem mit den Jahren richtig gut in den Griff bekommen. Und wie? Durch den regelmäßigen Einsatz von fruchtsäurehaltigen Produkten! Vor ein paar Tagen habe ich durch ein Instagram-Posting wahnsinnig viele Fragen zu dieser Thematik bekommen und dachte mir, dass so ein kleiner Säure-Guide vielleicht auch die Anfängerbedenken ein wenig hemmen kann. Denn eines muss ich vorwegnehmen: Fruit Acids führen in den meisten Fällen tatsächlich zu einem echten AHA-Erlebnis und können das Hautbild langfristig auf positive Art verändern. Aber von vorne (btw: Ich bin keine Dermatologin und berichte lediglich von meinen Erfahrungen):


Was sind Fruchtsäuren überhaupt?

 

Im chemischen Kontext gehören Fruchtsäuren zu den Alphahydroxysäuren, kurz AHA. Sie kommen in Obst und anderen Pflanzen als organische Säuren vor und werden in verschiedene Gruppen eingeteilt:  

Glykolsäure (Glycolic Acid)
Zitronensäure (Citric Acid)
Milchsäure (Lactic Acid)
Apfelsäure (Malic Acid)
Weinsäure (Tartaric Acid)

In den aktuellen Hypeprodukten, man denke an Brands wie The Ordinary und Alpha-H, werden vor allem Glykol- und Milchsäuren verwendet. Hierbei gibt es wieder zwei wesentliche Unterschiede. Glykolsäuren sind wahre Superstars unter den Acids, denn sie weisen die kleinste Molekülgröße auf, können dadurch sehr leicht in die Haut gelangen und wirken so am effektivsten. Sie sind vor allem für normale und an Säuren gewöhnte Hauttypen geeignet. Wer empfindlich ist, sich erst einmal an die Chose herantasten möchte oder generell sensibel auf neue Wirkstoffe reagiert, der sollte seinen Erstversuch mit Milchsäuren machen. Die größeren Moleküle können nicht so tief in die Haut eindringen und sind somit reizarmer, aber auch weniger effektiv.

Wirkungweise und Effekte

 

Im Vergleich zu den Salicylsäuren (BHA), die vor allem bei Unreinheiten Wunder wirken und Verhornungen lösen, dringen Glykolsäuren in die tieferen Hautschichten ein und bringen den Teint von innen zum Strahlen. Sie lösen abgestorbene Hautzellen, die die Aufnahmefähigkeit der Haut vermindern. Entfernt man diese nicht, können Cremes und Seren nur sehr bedingt wirken, der Feuchtigkeitshaushalt wird vor allem bei trockener Haut nie genügend aufgefüllt. AHA-Produkte kurbeln die Zellregeneration an und binden Feuchtigkeit, was zu einer erhöhten Elastizität und damit zu einer sichtbaren Verjüngung der Haut führt. Ein echtes Anti-Aging-Wunder also! Bei regelmäßiger Anwendung können außerdem Sonnenschäden, Alterserscheinungen, Verhornungen, vergrößerte Poren, ein fahler Teint, Reibeisenhaut und sogar Aknenarben stark reduziert werden. Die Haut wird dicker und ist weniger faltenanfällig. Ich bin vor allem von der erhöhten Feuchtigkeitsbindung begeistert und sehe (+fühle) einen riesen Unterschied, wenn ich mal ein oder zwei Wochen keine AHA-Produkte verwende. Nie mehr ohne! Und von mechanischen Peelings will man spätestens dann nie mehr etwas wissen.


Welche Konzentration eignet sich für wen?

 

So ganz pauschal lässt sich diese Frage gar nicht beantworten, denn bei der regelmäßigen Anwendung von Glykolsäuren stellt sich sowas wie ein Trainingseffekt ein. Sprich: Die Haut muss langsam an diesen Inhaltsstoff gewöhnt werden - verträgt sie die Säuren, kann man die Konzentration nach und nach langsam steigern. Für den täglichen (am Anfang bitte nicht) Heimgebrauch empfiehlt sich eine Dosierung von mindestens 5% bis maximal 15%, dabei sollte der eigene pH-Wert zwischen 3 und 4 liegen (für die Bestimmung des pH-Wertes gibt es übrigens Teststreifen in der Apotheke). Liegt der Wert unter 3, wirkt die Säure zu stark, liegt er über 4 wirkt sie folglich zu schwach. Fruchtsäurepeelings für den Eigengebrauch können ohne Neutralisation angewendet werden, beim Profi wird nach 1-5 Minuten neutralisiert. Das ist zwingend notwendig, denn die hohe Konzentration von bis zu 70% kann bei zu langer Einwirkzeit starke Irritationen oder sogar Verätzungen verursachen. In beiden Fällen muss nach der Anwendung immer ein Sonnenschutz aufgetragen werden, da die Haut durch die Säure sehr lichtempfindlich wird und zur Bildung von Pigmentflecken neigen kann. 
Deswegen empfiehlt sich auch eine abendliche Anwendung auf gereinigter und trockener Haut.


Meine Top 5 AHA-Stars

 

Der kleine Chemie-Exkurs findet an dieser Stelle sein Ende. Wer sich gerne noch tiefer in diese wirklich interessante Materie einlesen will, dem seien dieser und dieser Artikel empfohlen. Ich habe Euch hier meine liebsten Glykolsäure-Produkte aufgelistet, die ich allesamt regelmäßig und sehr gerne verwende.


Der Dauerbrenner in meiner Sammlung und leider häufig ausverkauft. Ich weiß nicht, die wie vielte Flasche das nun schon ist, Fakt ist: Liquid Gold habe ich damals bei Anna entdeckt und schnell hat sich das unscheinbare Fläschen als heiliger Gral entpuppt. Eignet sich durch die geringe, aber effektive Konzentration perfekt für alle Einsteiger und den täglichen Gebrauch.

Bleiben wir doch gleich mal bei einem Label, denn die Rose-Edition ist limitiert und überzeugt mit einem subtilen Rosenduft. Außerdem wurde der Rezeptur Hyaluronsäure hinzugefügt, was trockener Haut wie meiner natürlich sehr gefällt.

Ich kann ohne diese Tücher nicht mehr leben! Dass ich den amerikanischen Dermatologen und seine Produkte in diesem Jahr extrem in mein Herz geschlossen habe, das konntet Ihr ja bereits an dieser Stelle lesen. Die Peeling Pads sind ein easy peasy 2-Phasen-Produkt für Zuhause und bei Hektik und Eile ungefähr die beste Erfindung ever. Auf Reisen habe ich immer ein paar Stück in meiner Beautybag. Übrigens gibt es seit kurzer Zeit auch ein Dr. Dennis Gross Express Glow-Facial bei Ludwig Beck, dazu bald mehr.

Mit 30% AHA definitiv das am stärksten formulierte Exemplar in meiner Range, das während der Anwendung ganz schön bitzelt und unter keinen Umständen für blutige Anfänger geeignet ist. Der Inhalt ist aber so grandios, dass ich den Preis von knapp 9€ immer noch für einen Scherz halte - ich würde locker das Fünffache dafür bezahlen. Die Peeling Solution stelle ich bald in einer ausführlichen Review vor, weil das Interesse auf Instagram immens war.

Das perfekte Produkt für alle, die auch tagsüber nicht auf die Wirkung von Fruchtsäuren verzichten wollen. Hier sorgt Zitronensäure für einen strahlenden Teint, der durch das milde Wässerchen optimal auf Make-up und Co. vorbereitet wird.


Ich hoffe, ich konnte Euch wenigstens ein bisschen mit meiner Liebe zur Fruchtsäure anstecken, denn sie hat meine Haut wirklich nachhaltig und sehr zum Positiven verändert. Die Produkte müssen nicht bei jedem wirken oder funktionieren, aber einen Versuch ist es definitiv wert. Fangt einfach mit einer schwachen Dosierung an und guckt, wie ihr die Formulierung verträgt. Ein leichtes Bitzeln und Abschuppen ist völlig normal und sogar erwünscht, danach werdet Ihr mit der prallsten Babyhaut belohnt, die Ihr jemals hattet. 


G(l)o(w) for it!

Mittwoch, 19. Juli 2017

My Jo Malone London Love // Interview mit Debbie Wild


Vergangenen Monat flog ich für einen besonders spannenden Termin nach Berlin: Die Eröffnung der deutschlandweit ersten Jo Malone London Boutique in der Rosenthaler Straße! Ihr wisst längst, wie sehr ich Parfums liebe und so ließ ich mir die Chance natürlich nicht nehmen, Debbie Wild, die hauseigene Fragrance Lifestyle Managerin der britischen Kultbrand interviewen zu dürfen. Düfte sind ein sehr spezielles Thema und nur wenige Menschen verstehen sich darauf, hierbei richtig in die Tiefe zu gehen. Dabei gibt es für mich nichts Inspirierenderes, also genau diesen Leuten Gehör zu schenken. Kurze Anekdote am Rande: Insgeheim träume ich ja noch immer davon, einfach meine Koffer zu packen, nach Grasse abzuhauen und in der herrlichen Einsamkeit der Provence in die Fußstapfen des großartigen Jean-Baptiste Grenouilles zu treten. Wer weiß, es kommt ja immer alles anders, aber back to reality. Jo Malone London ist eines der Labels, das ich seit der Anfangszeit meines Blogs liebe und schätze (wer neugierig ist, kann gerne hier, hier und hier nachlesen) und so war die ganze Chose natürlich eine wahnsinnige Ehre für mich! Die Köpfe und Geschichten hinter den Marken und Produkten kennenzulernen, das macht für mich die eigentliche Liebe zu diesem Beruf aus. Doch bevor ich mich in Detailschwärmerei verliere, spanne ich Euch nicht weiter auf die Folter und hoffe, dass Ihr Debbie virtuell genauso an den Lippen klebt, wie ich es getan habe.


Dear Debbie, it was so nice to meet you at the Jo Malone London store opening event in Berlin! 
You are a very perfume-oriented person. Where does your fascination come from?

I've had the privilege of being part of this beautiful brand's evolution since 2001. I came into the world of Jo Malone London only ever having worn one signature scent! So, I started my journey as many customers do today; feeling quite liberated that I could be my own fragrance artist and enjoy the process of Fragrance Combining™ - wearing two or three fragrances, and accessorising with scents.

With every year of working alongside the perfumes, and in-store with our stylists, my sense of smell has become more acute and the olfactory muscle stronger -  allowing me to smell all the individual notes and accords  that make up our wonderful Colognes. The more scents you add to your own scent library, the more adventurous you become. And, like with fine wine tasting, your sense of smell becomes more acute. Therefore, you become more knowledgeable and passionate about your art. The fun part is educating cunsomers that anyone can have this experience.


Do you have any fragrance idols?

My idols would be the industry pioneers who paved the way for the perfumers of today. For me, Estée Lauder herself would be at the top of the list. The original, iconic Youth Dew helped grow her brand into the global phenomenon it is today - and I am sure this has enabled many perfume entrepreneurs to create their own fragrances or brands with confidence and self-belief.


Many people are overwhelmed with the perfume offer nowadays. What would be your advice to them?

If you feel overwhelmed trying to find a new Cologne to wear, I would spend time with an expert in one of our boutiques. Our Fragrance Stylists all over the world will give you the high-touch service we are famous for. We want you to visit our Tasting Bars™ - play and have fun!


What is the best thing about Fragrance Combining?

The first rule of Fragrance Combining™ is that there are no rules! You and your Stylist can try both familiar and unfamiliar scents that will push your own fragrance boundaries to new and exciting levels. For example, you can wear the scent Wood Sage & Sea Salt  - reminiscent of walks by the sea on the Dorset coast - layered with a whimsical twist of Wild Bluebell.


 Whats is your favourite Jo Malone London scent and how do you combine it?

My own favourites depend on where I am in the world. Right now, I am in magical Manila in the Philippines. When in a hot, humid climate like this, I wear a Body Crème to enable my fragrance to last. I love Lime Basil & Mandarin Shower Oil layered with Oud & Bergamot Cologne Intense Body Crème as a refreshing, zesty scent for daytime. Then, as the sun sets, I love adding a twist of Mimosa & Cardamom Cologne aroung the neck line.


Ihr merkt, Jo Malone London ist keine stupide Parfummarke, die am laufenden Band Trenddüfte in die Regale dieser Welt wirft, nur damit wir sie am Ende der Saison in die gefürchtete Schublade der Vergessenheit verbannen. Das Fragrance Combining™ ist ein sehr spezielles und kluges System, mit dessen Hilfe man nahezu unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten hat und seinen ganz individuellen Lieblingsduft kreieren kann, der garantiert niemand an der nächsten Ecke trägt. Zu meiner Lieblingskombi und einigen Favoriten gibt es schon ganz bald mehr. Denn die hübschen Flakons sind nicht ganz unschuldig an meiner ausgeprägten Leidenschaft und ich habe durch sie schon so manch eine Freundin zur Duftfetischistin gemacht.

Jo Malone London Boutique
Rosenthaler Straße 40-41
10178 Berlin
Germany

-In freundlicher Zusammenarbeit mit Jo Malone London, thank you so much-

Montag, 17. Juli 2017

Beauty-Talk with // Sarah Thiele from THE ORIGINAL COPY


Neue Woche, neuer Beauty-Talk! Immer noch eine meiner Lieblingsrubriken und so freue ich mich heute ganz besonders auf Sarah, die Swantje bei The Original Copy (den Beauty-Talk mit ihr findet Ihr hier) seit kurzer Zeit im Beautyheaven unterstützt. Frau Thiele ist so ziemlich eine der coolsten Socken in der Branche und definitiv meine liebste Cocktail-Kumpanin auf Presseevents. Vor knapp einer Woche hat sie sich dann mal gerade eben dazu entschieden, sich von ihrer blonden Mähne zu trennen, um die liebliche Mädchenattitüde durch einen geradlinigen Buzz Cut zu ersetzen - yes, she can. Allerhöchste Eisenbahn also, dass ich mir die die Ulknudel gekrallt und über allerlei Beautykram ausgequetscht habe!


1. Liebe Sarah, verrate uns Deine ultimativen Top 5, egal ob Pflege oder dekorative Kosmetik!

Okay, da fällt es mir sehr schwer, mich auf fünf zu beschränken, aber ich gebe mein Bestes. Was man immer in meiner Kosmetikbag findet, sind wohl die folgenden Produkte...

So sorry Girls. Ich leiste mir gleich mal einen richtigen Fail. Ich glaube nämlich, dass sich dieser Lippenstift nicht mehr im Standardsortiment befindet. Trotzdem möchte ich ihn hier aufzählen, weil ich ihn wie meinen Augapfel hüte und egal welche Nudes ich auch ausprobiere, ich komme immer wieder auf diesen zurück. Ich bekomme jetzt schon feuchte Augen und Herzschmerzen, wenn ich an den Tag denke, an dem er mich verlassen wird. Ich empfinde wirklich sehr viel Liebe für diesen Lippenstift.

Ich bin besessen von Augenbrauen. Wenn ich für den Rest meines Lebens nur ein Produkt benutzen dürfte, wäre es ganz klar dieses Augenbrauengel von Maybelline. Es hält den ganzen Tag, bröckelt nicht, fixiert, trocknet nicht hart aus, malt nicht auf die Haut, trennt und betont sogar die kleinsten Härchen, schafft richtig viel Volumen, macht sauber und geht mit dem Partner Gassi (okay, Letzteres habe ich erfunden). Und kostet was? Acht Euro. Der Nicer Dicer hat weniger Funktionen und kostet das Zehnfache. Ah, I love it!
Wollte ich Euch jetzt erklären, wie dieses Parfum riecht, würde ich sagen - nach einer modernen Muse. Keine Ahnung wie das sein kann, ist aber so. Es ist leicht herb, nicht süß, frisch, aber nicht zitrisch, sexy, irgendwie androgyn. Falls ein Duft das sein kann. Und modern! Toll, voll gut beschrieben.

Da meine Nägel von Natur aus sehr stark fetten, hält einfach keine Maniküre länger als zwei Tage bei mir. Nicht einmal Kunstnägel haben damals gehalten (ja, sie hat Kunstnägel gesagt). Dieser Lack von Essie ist der einzige, der für mich funktioniert. Ultrapraktisch ist außerdem, dass er sich abziehen lässt, was mir sehr entgegenkommt, da ich eigentlich nur roten Lack trage. Mit herkömmlichen Entfernern ist das immer so eine Sauerei.

Wenn man nachzählen würde, würden wohl auf zehn Produkte bei mir sechs Stickprodukte kommen. Ich bin kein Freund von matten Texturen und mag deshalb besonders das glowy Finish, das ein Stick-Blush zum Beispiel hinterlässt. Der hier von Ilia lässt sich easy verblenden, hat einen ganz dezenten Goldschimmer, fungiert an stressigen Tagen also gleich als Highlighter und wirkt mega natürlich. Was will Mädchen mehr?


2. Dein ultimativer Geheimtipp, den es zu verbreiten gilt?

Ich möchte gerne zwei geben, Siska. Diskutier bitte nicht mit mir, denn ich habe meine Gründe. Der eine Tipp ist lame, nichtsdestotrotz lebensverändernd für die, die ihn noch nicht kennen, der zweite ist ein bisschen ausgefallener.

Also, zunächst Kokosnussöl. Ja, ist ein alter Hut, trotzdem möchte ich es hier erwähnen, weil es vor allem bei empfindlicher Haut (ich habe eine chronische Periorale Dermatitis) das Allerbeste zum Abschminken ist. Ich benutze nichts anderes und es nimmt sogar Mascara runter. Das Gesicht ist danach super sauber, fühlt sich gepflegt an und man duftet wie eine Tropenblume. Außerdem haue ich es mir ins Haar, auf den Körper, die Lippen, ins Essen und öle Türen damit. Mit Kokosnussöl kann man die Welt beherrschen.

Der zweite Tipp wurde erst vor ein paar Tagen mit mir geteilt, als ich meine Haare abgeschnitten habe. Und zwar hat der Stylist Handcreme statt Stylingcreme benutzt. Das fand ich so verrückt, dass ich es gleich mit meiner Aveda Hand Relief Cream probiert habe und es funktioniert wirklich. Die Haare fetten nicht, bekommen aber einen schönen Glanz und wirken vor allem nach dem Waschen nicht mehr so stumpf. Besonders cool: Jeder hat Handcreme zu Hause, oder?


3. Vor welchen Flops kannst Du uns bewahren?

Hm, das finde ich schwierig. Ich denke, dass derartige Einschätzungen recht subjektiv sind. Ich glaube allerdings, dass niemand die Erfahrung machen muss, die Oberlippe mit Kaltwachsstreifen zu enthaaren. Die Haut ist an dieser Stelle viel zu empfindlich. Wobei ich generell den Sinn hinter Kaltwachsstreifen nicht verstehe. Für mich sind die zehnmal schmerzhafter als Heißwachsstreifen. Finger weg davon!


4. Verrate uns Deine Lieblingslabels!

Ich fasse mich mal ausnahmsweise kurz: Avène, Muti, Jo Malone, Estée Lauder, Pixi, Ilia, Revlon, Zoeva, Benefit, MAC. Und noch eine Million andere, aber die sind mir als erstes eingefallen.


5. Und finally - was hast Du beautytechnisch nach jahrelanger Erfahrung gelernt?

1. Gute Pinsel sind die halbe Miete - mit hochwertigen Tools kann man selbst mit den günstigsten Produkten nice Looks schminken. Umgekehrt ist das schon schwieriger.
2. Weniger ist mehr. Das gilt für pflegende, als auch dekorative Kosmetik. Man muss der Haut auch mal eine Pause gönnen.
3. Mach Deine Hausaufgaben und klatsch Dir nicht einfach irgendwas ins Gesicht. Nimm Dir Zeit Deine Hautbedürfnisse zu ermitteln, Deinen Hauttypen herauszufinden und auch wichtig - den richtigen Hautton.

Donnerstag, 13. Juli 2017

Charlotte Tilbury // Meine Favoriten


Kaum eine dekorative Makeup-Brand hat in letzter Zeit so hohe Wellen geschlagen wie The One Charlotte Tilbury. Das dürfte nicht zuletzt am Deutschland-Launch Anfang des Jahres liegen, denn die Zeiten der schweren Erreichbarkeit der Produkte sind mit dem KaDeWe-Counter definitiv vorbei. Ich habe mich ein bisschen durch die Range getestet, um Euch heute meine Favoriten vorzustellen! Bereits vor knapp zwei Jahren habe ich mir die The Dolce Vita-Palette bei Net-a-Porter bestellt und liebe sie seitdem heiß und innig. Die Textur der Lidschatten ist butterzart und lässt sich super easy verblenden. Die britische Kultvisagistin kreiert auf ihrem YouTube-Channel damit immer wieder geniale Looks, von denen ich einfach nicht genug bekommen kann - für das Endergebnis fehlt mir dann aber leider doch etwas das Talent. Die Mischung aus Khaki, Champagner, Rost und Gold macht die Palette für mich zum absoluten Allrounder und kommt so gut wie immer mit, wenn es auf Reisen geht. Ein Überraschungshit ist für mich das Rouge in First Love*. Irgendwann konnte ich mich einfach nicht mehr für krasse Blushfarben begeistern und habe beinahe ausschließlich zu meinem geliebten Buriti Bronzer gegriffen. First Love ist aber eine ziemlich geniale Kombi aus Rouge und Bronzer und verleiht binnen Sekunden einen frischen Teint, auf den ich schon ein paar Mal angesprochen wurde. Herrlich subtil, aber mit großer Wirkung! Kann übrigens problemlos mit auffälligen Statement-Lipsticks getragen werden, weil es sich so gerne vornehm im Hintergrund hält.


Pillow Talk* ist ja mittlerweile ein echter Klassiker in der Beautyszene und der Hype meiner Meinung nach völlig gerechtfertigt. Ich habe mich für die Version aus der Matte Revolution-Reihe entschieden (leider fast immer sold out) und bin Feuer und Flamme. Die Textur ist schwerelos und trocknet nicht aus, hält aber mühelos vier bis fünf Stunden durch. Die Nuance passt genau in mein Beuteschema und bringt mit ihrem hohen, aber warmen Braunanteil meine grünen Augen zum Strahlen. Totale Kaufempfehlung und meiner Meinung nach DAS Must-have der Range. Wer es gerne langanhaltender und intensiver mag, dem lege ich den Lipliner in Foxy Braun* ans Herz. Den benutze ich fürs Party-Makeup auch gerne mal solo und muss mich den ganzen Abend über nicht mehr um verschmierten Lippenstift sorgen.

Neben Pillow Talk ist die Magic Cream* wohl das internationale Starlett im Sortiment. Daran dürften Charlottes Lobgesänge nicht ganz unschuldig sein, schließlich schwört die Visagistin auf die reichhaltige Creme und verteilt sie in ihren Videos großzügig auf allen Modelgesichtern. Ihr wisst, wie sehr ich Skincare liebe und war wirklich total gespannt auf diesen angepriesenen Wundertiegel. Die Textur ist sehr dick und duftet unheimlich angenehm. Ok, das tun viele Cremes. Der Effekt stellt sich erst nach ein paar Minuten ein, denn dann wirkt die Haut wie weichgezeichnet und durch einen Primer perfektioniert. Für mich zwar kein würdiger Ersatz für eine gute Pflegecreme (ob sie das wirklich sein soll, bezweifel ich aber auch), die einen echten Mehr- bzw. Nährwert für meine Haut hat, als Base für ein schönes Makeup aber absolut grandios! Foundation und co. lassen sich danach sehr viel besser einarbeiten und verschmelzen richtig mit der Haut, das Ergebnis ist ein natürliches und glowy Finish. Ein kleiner Bonus und Geheimtipp ist das Parfum Scent Of A Dream*, das ich mir im Voraus unheimlich opulent und als eher nicht meinen Geschmack treffend vorgestellt habe. Aber ich habe mich olfaktorisch mal wieder verknallt und zwar in eine einzigartige Symbiose aus Zitrone, schwarzem Pfeffer, Safran, Magnolie und Moschus mit einer Prise Iso E Super (auch in Escentric Molecules), was das Wässerchen wohl so besonders macht. Der Duft verändert sich auf meiner Haut beinahe minütlich und wechselt von intensiv zu zurückhaltend, aber immer mit einer unheimlichen Nähe und Wärme. Solltet Ihr mal die Chance dazu haben, schnuppert unbedingt am so schön altmodischen Flakon!


Btw: Die Cream-Eyeshadows konnten mich auf Dauer leider nicht überzeugen, weil die Textur im Laufe des Tages creast und in der Lidfalte verschwindet. Das Problem habe ich auch mit Tom Ford und bleibe deswegen meinen seit Jahren geliebten Color Tattoos von Maybelline treu - ein wahrer Drogerie-Schatz!