Montag, 10. März 2014

James Heeley // Esprit du Tigre


Ich hatte es bereits angekündigt - 2014 soll (m)ein Duftjahr werden. Dabei habe ich mich längst von der Idee verabschiedet, ein Ein-Duft-Mädchen sein zu wollen. Wieso auch? Wenig ist in der Beautybranche so dermaßen spannend, wie die Bandbreite olfaktorischer Kreationen., die zudem schier unerschöpflich scheinen. Alleine die Nischenlabels, die es zu entdecken gilt rauben mir den Verstand. Eigentlich hatte damals alles mit Jo Malone angefangen, mittlerweile sind auch Marken wie Terry de Gunzburg, Amouage, Byredo, Penhaligon's, Nasomatto und James Heeley keine Fremdworte mehr. Meine Parfumneugierde ist geweckt und es macht so unglaublich viel Spaß! Ich bin ein Mensch, der Düfte stets mit Erinnerungen verbindet, was die ganze Thematik noch zu einem weitaus komplexeren Gebiet macht. Gucci Envy Me ist der Duft meiner frühen Jugend, erinnert mich an die erste richtige Verliebtheit und lässt noch heute die Serotonin-Produktion in mir auf Hochtouren laufen. Tragen würde ich es wohl nicht mehr, doch bei jedem zufälligen Aufschnappen dieses Wässerchens schwebe ich für kurze Zeit in anderen Sphären, ein wahnsinniges Glücksgefühl. Das alles hört sich sehr nach dem Tagebuch eines Drogenkonsumenten an und wenn man so will, stimmt das auch. Parfums sind meine Droge. Der Einstieg gestaltet sich ein wenig schwierig, denn seien wir mal ehrlich - wo anfangen? Bei mir waren es Klassiker wie Jil Sander Sun, Miss Dior Chérie oder Narcisso Rodriguez for Her, die das Interesse weckten. Heute finden sich nur noch wenige Düfte bekannter High End-Labels in meiner stetig wachsenden Sammlung, lediglich Chloé by Chloé und Prada Infusion D'Iris kann ich aufs Verrecken nicht verbannen. Aber warum auch, denn Meisterwerke gibt es auch abseits der verworrenen Seitenwege, die meist in sündhaft teure Parfumhäuser führen. Bücher wie Das kleine Buch der großen Parfums von Luca Turin und Tania Sanchez, das die einhundert wichtigsten Klassiker der Parfumgeschichte vorstellt oder The Diary of a Nose von Jean-Claude Ellena machen große Lust auf Duftabenteuer und bieten meiner Meinung nach die perfekte Basis, auf die es aufzubauen gilt. In unregelmäßigen Abständen will ich Euch nun die kleinen und großen Wunder der Industrie vorstellen, meine Highlights hervorheben und immer wieder Wissenswertes vermitteln.

Den Anfang macht Esprit du Tigre von James Heeley. Der britische Parfumeur legt größten Wert auf Ästhetik und Puristik, seine Düfte sind so klar wie ein kalter Gebirgsfluss, die Essenzen wertvoll und nach dem Maßstab höchster Qualität ausgewählt. Menthe Fraîche brachte ihm einen respektvollen Ruhm ein, Heeley gelang quasi die Entwicklung der salontauglichen Minze, zumindest in rein olfaktorischer Hinsicht. Esprit du Tigre ist ein balsamischer Duft, sehr stark ohne dabei jemals aufdringlich sein zu wollen. Kampfer, Kardamom, Vetiver, Nelke, Schwarzer Pfeffer und Zimt bilden die warme Basis. Pfeffer- und grüne Minze bringen eine ordentliche Portion Frische hinein, ohne diese schrecklich aquatischen Assoziationen in mir auszulösen. Denn Davidoffs Cool Water ist mein persönlicher Inbegriff eines unangenehmen Parfums. Diese Nuancen, die angeblich nach der weiten See und Freiheit riechen sollen gelingen so gut wie nie. Deswegen habe ich Pfefferminze und grünen Tee als meinen eigenen Frischelieferanten lieben gelernt. Esprit du Tigre erinnert an einen ausgiebigen Tag im SPA, ist wie eine innige Umarmung oder ein Abend vorm Kamin. Ein Wohlfühlduft ohne aufdringliche Vanilleessenzen, die bei empfindlichen Nasen gerne mal Kopfweh auslösen. Direkt nach dem Aufsprühen bemerke ich eine wahnsinnig angenehme Kühle durch die enthaltenen Mentholnoten, die beinahe wie Eukalyptus wirken. Danach dämpft sich EdT zu einem subtilen Kuschelduft und ist den ganzen Tag über wahrnehmbar. Ich würde ihn Schalduft nennen, denn das ist einer der Düfte, die ich am allerliebsten in meinem dicken Wollschal rieche. Das Tolle: Heeley arbeitet nach dem Prinzip des Unisexduftes und entwickelt all seine Kreationen für Damen und Herren gleichzeitig. Ein super spannendes Labels, das ich auch weiterhin ganz genau im Auge behalten werde!

-I am so in love with all the wonderful perfumes in this world-

Kommentare:

  1. Infusion D'Iris steht momentan auch ganz oben auf meiner Liste :) Und die James Heeley Düfte klingen äußerst vielversprechend!

    Freya

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  2. Diesen Duft kenne ich überhaupt nicht!! Jetzt hast du mich neugierig gemacht :)

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  3. Ich kenne den Duft auch nicht aber vom Flakon her sieht er irgendwie nach Herrenduft aus :o
    Ich habe eine Bekante, deren Signature-Duft ist bestimmt schon seit zehn Jahren Davidoff Cool Water ;)
    Chloé habe ich auch und es gehört zu meinen allerliebsten Düften.

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    1. wie gesagt, es ist ja ein Unisex-Duft, sind meist sehr puristisch gestaltet. Was ja auch Sinn macht:)

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  4. Luca Turin ist aber keine Lady...;)

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