Samstag, 13. Juni 2015

Ormonde Jayne // Sampaquita


Ich teile meine Parfumsammlung gerne in Sommer- und Winterdüfte ein, das steigert die Vorfreude auf die entsprechende Jahreszeit und bringt im Sechsmonatstakt automatisch den Zauber des Vergessenen mit sich. Aber manche Parfums könnte ich durchweg tragen, echte Allroundtalente sind das, die einfach immer passen und niemals das Risiko eines olfaktorischen Fauxpas mit sich bringen. Sampaquita von Ormonde Jayne ist so ein klassischer Fall, der Flakon wohnt noch nicht allzu lange auf meiner geliebten Kommode, doch schon jetzt weiß ich, dass es eine bedingungslose Liebesgeschichte zwischen uns beiden wird.

Sampaquita bedeutet so viel wie "Ich verspreche Dir" und steht für die Schönheit des Jasmins, eine Blume, die auf den Philippinen Treue symbolisiert. Linda Pilkington, die Nase hinter dem britischen Nischenduftlabel Ormonde Jayne, reist für ihre Kreationen rund um die Welt und fängt ihre Erinnerungen in exotischen Kreationen ein. Ihre Karriere begann mit hochwertigen Düftölen und Kerzen, sogar Chanel wurde auf sie aufmerksam und beauftragte sie sofort mit der Meisteraufgabe, die "perfekte Duftkerze" für das französische Luxushaus zu kreieren. Die Dame weiß also ganz genau was sie tut und so war meine Neugier geweckt. Mittlerweile besitze ich viele Düfte und mit allen verbinde ich etwas ganz Spezielles. Als ich Sampaquita zum ersten Mal in meinen Händen hielt, war ich vom schweren Glasflakon sofort angetan, die Form ist ein echter Handschmeichler, das Design wirkt super hochwertig, klassisch und sehr edel. Das Parfum selbst ist eine Hommage an eine romantische Hochzeit auf den Philippinen, die zierliche Braut trägt einen üppigen Sampaquita-Strauß, der Sommergefühle und romantische Harmonie ausstrahlt. In der blumigen Kopfnote explodiert eine saftige Lychee, die von einem Hauch Gras, Magnolienblüten und Bergamotte in den Himmel gehoben wird. Freesien und Veilchen ummanteln das Blumenherz und lassen pudrige Nuancen zum Vorschein kommen, während mein geliebter Vetiver, Moschus und Ambersamen eine subtile und warm anmutende Basisnote bilden. Für mich war Sampaquita von Anfang an ein sehr romantischer Duft. Keinesfalls verspielt und mädchenhaft, sondern klassisch und sophisticated.
Ich stelle mir ein cleanes Seidenkleid und perfekt manikürte Nägel dazu vor, während sich ein Schleier des imposanten Duftes auf die frisch geduschte Haut legt. Für mich ist diese Kreation eine Ode an die Weiblichkeit, kompromisslos sinnlich und feminin, ohne dabei jemals den schmalen Grat des Stils zu verlassen. Blumenbouquets scheiden nicht selten die Geister, oft driften die noch in der Theorie eigentlich schönen Kreationen in der praktischen Umsetzung dann in gnadenlose Kopfschmerzwässerchen ab, die man ungern länger als zwei Stunden trägt. Sampaquita ist ein absolutes Ausnahmetalent für mich, morgens greife ich wie selbstverständlich zum Flakon und hülle mich voller Stolz in diese perfekt gelungene Symbiose aus Blüten und Gräsern, um mich den ganzen Tag am schier nie enden wollenden Facettenreichtum zu laben.
Ein olfaktorisches Gedicht an alle Inselmädchen, die wissen was sie wollen und die florale Reinheit in einem Parfum suchen. Da bleibt mir nur noch Sampaquita zu sagen, und die Bedeutung kennt Ihr ja jetzt!

-a floral lovestory by Ormonde Jayne-

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