Mittwoch, 18. November 2015

Profumum Roma // Sorriso


Bald schreiben wir Dezember und Ihr wisst, ich liebe den Winter. Die Stimmung, die Dunkelheit, das Gemütliche und die Langsamkeit, der es sogar gelingt, sich stückweise in unseren hektischen Alltag vorzuarbeiten. Im Winter lebe ich bewusster, achte verstärkt auf meine Bedürfnisse, um mich auf Strecken grauer Tage nicht selbst zu verlieren. Dann beschäftige ich mich mit Dingen, die mich schon lange interessieren und die im Sommer oft zu kurz kommen. Düfte gehören definitiv dazu und passenderweise darf ich mich aufgrund meiner Bachelorarbeit bis Januar vermehrt mit diesem Thema auseinandersetzen. Olfaktorisches Schreiben in der Literatur ist es geworden und könnte nicht glücklicher sein über meine Wahl! Derzeit versuche ich ganz gezielt, mir jeden Tag einen Duft vorzunehmen und ihn in seiner Komposition, seinen persönlichen Kapiteln und der individuellen Entwicklung zu verstehen. Ganz neu im heimischen Parfumregal: Sorriso* von Profumum Roma.

Das italienische Traditionshaus spickt wundervolle Geschichten rund um seine Kreationen und es gibt kaum eine darunter, die ich nicht gerne selbst einmal in die Hand nehmen und meine Nase hineintauchen wollen würde. Sorriso kommt aus der Familie der Gourmand-Düfte, die in ihrer olfaktorischen Zusammensetzung an süße Desserts erinnern. Sie basieren häufig auf einer üppigen Vanille-Note und werden mit Nuancen aus Schokolade, Whiskey, Marzipan oder Zucker angereichert. Eines der beliebtesten Parfums dieser Gattung dürfte definitiv Lancômes La Vie est Belle sein, doch im Reich der Sinne (oder der Nischenparfums) lauern noch so viele süße Geheimnisse mehr. Sorriso besteht aus wenigen Inhaltsstoffen und genau diese Tatsache macht das Dufterlebnis so intensiv. Die Kombination aus Schokolade, Bitterorange und Vanille tönt im ersten Moment eher wie Muttis Vorzeigerezept zur kulinarischen Verköstigung der Weihnachtsgesellschaft, funktioniert aber widererwarten nicht nur auf dem goldverzierten Teller. Ich bin ein Liebhaber grüner und klarer Parfums, gerade wenn Vanille im Spiel ist erschlägt es mich schnell. Und trotzdem habe ich mich im Laufe meiner olfaktorischen Entdeckunsgreise in so manches opulente Schätzchen verknallt. Sorriso ist nicht orientalisch, nicht schwer und nicht erdrückend. Eine gewisse und äußerst wohl dosierte Süße kann man dem Wässerchen unter keinen Umständen ausschlagen, doch im Gesamteindruck wirkt alles so wunderbar harmonisch. Wie ein Spiegel der Glückseligkeit an kalten Tagen, ein Mantel der Geborgenheit. Mit der Zeit entfaltet sich eine cremige Einheit der Sinnlichkeit, die sich wie selbstverständlich auf den Träger legt und gar nicht weiter auffällt. Und das ist der ausschlaggebende Punkt: das Parfum verschmilzt mit der Haut, der fein gesponnene Duftteppich (der übrigens ohne große Mühe stundenlang hält) aus erlesenen Ingredienzen unterwirft sich und wird zum stillen Begleiter, der mir im Laufe des Tages immer wieder gekonnt ein wohliges Lächeln entlockt. Ich fühle mich an meine geliebten Vanillekipferl erinnert, an warme Kerzen und das Knistern des Kamins, an würzigen Apfeltee und das in Bitterschokolade getauchte Spritzgebäck. Ganz am Anfang nehme ich einen Hauch frisch geöffneter Orangen wahr, der sich aber schnell verflüchtigt und den wahren Stars die Manege überlässt. Sorriso riecht nach Zuhause, nach Geborgenheit und Weihnachten und irgendwie oder ganz einfach: nach purem Glück im Herzen!

-Sorriso is a truly scrumptious scent for the upcoming christmas season-

Kommentare:

  1. Winter ist eine echt schöne Jahreszeit! Alles funkelt in der Dunkelheit und ja, ich gebe dir Recht man achtet zu dieser zeit mehr auf sich! :-)

    Das Parfum hört sich sehr schön an!

    Lg, Zarah

    zarahester.blogspot.de

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  2. Was für ein unglaublich tolles Thema für eine Bachelorarbeit! Kannst Du Bücher außer das Parfum empfehlen, in denen es um Düfte geht? Wie toll, bin ganz begeistert.

    Liebst,
    Ragni x

    maleikah.com

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    1. Liebe Ragni,
      ich bin auch so glücklich damit! Ich werde bald einen eigenen Post dazu verfassen, weil mir das Thema sehr am Herzen liegt. Jean-Claude Ellenas The Diary of a Nose solltest Du aber unbedingt lesen, wenn dich Düfte interessieren:)

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