Dienstag, 24. Januar 2017

Cierge de Lune // Aedes De Venustas


Ich mache gerade so einen 70ies-Vibe durch und würde am liebsten mein komplettes Leben mit moosgrünem Samt und cognacfarbenen Lederdetails tapezieren. Vielleicht liegts an meinem Wien-Besuch zur Jahreswende, denn den hochgepriesenen morbiden Charme des österreichischen Kapitals fand ich doch ziemlich sexy. Und dann war da noch die Gin Lemon geschwängerte Nacht im Jenseits, einem Tanzlokal, das straight aus Johnny Guitar Watsons besten Tagen stammen könnte. Ja und seitdem bin ich irgendwie infiziert, call me crazy...
 
Was ist da die nur logische Konsequenz eines Beautybloggers? Richtig, es muss auch auf olfaktorischer Ebene umgerüstet werden.  Glücklicherweise hat Aedes de Venustas, eine Parfumbrand aus New York mit bayerischen Wurzeln (oh ja), Ende letzten Jahres den ungefähr würdigsten aller Begleiter für solch eine Phase lanciert: Cierge de Lune*. Von der perfekten Flakongrazie muss ich wohl gar nicht erst anfangen - die Ästhetikliebhaber unter Euch werden dieses dekadente Granatenteil sowieso zu schätzen wissen. Aber auch die eigentliche Komposition trumpft in ähnlicher Genieausführung auf. "Kühl und klar wie die mondbeschienenen Weiten der Wüste. Samtig und sinnlich wie der Mitternachtshimmel." Das kann man als nachtschwärmerische Verfechterin der Einsamkeit einfach mal so stehen lassen. Die duftende Hauptrolle spielt hier ohnehin der geheimnisvolle Mondkaktus, der auch Königin der Nacht genannt wird und dem Träger eine ungewöhnlich kühle Facette der Vanille offenbart. Cierge de Lune ist ein klarer Duft wie aus vergangenen Tagen, der ganz ohne staubige Moschusassozationen auskommt. Die pudrige Kopfnote trifft in der Herznote auf ein leicht scharfes Gerüst aus rosa und schwarzem Pfeffer, die im Anschluss von subtil harzigem Weihrauch, Ambra und Wildleder aufgefangen werden. Gewiss handelt es sich hier nicht um einen Alltagsduft aus dem Mainstreamregal des türkisen Riesen, aber genau darum geht es bei Aedes de Venustas:
Es einem Parfum zu gestatten, neue Bewusstseinsebenen zu öffnen. Und ich bin mittlerweile mehr als süchtig nach meinem grazilen Duftschleier, der mich immer wieder ein bisschen ins rauschige Jenseits katapultiert.


                                                                   and for all the music lovers out there

                                                            Johnny Guitar Watson - A real mother for ya
                                                               Commodores - Lady (You bring me up)
                                                                   George Benson - Give me the night
                                                                      Earth, Wind & Fire - September

Kommentare:

  1. Danke für diesen tollen Beitrag. Bitte mehr davon. Ich lese seit einiger Zeit still mit. Das nenn ich mal einen tollen BLOG

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Maja,
      vielen Dank für das liebe Kompliment, das freut mich wirklich sehr! :)

      Liebste Grüße

      Löschen